Obama outet sich als Befürworter der Homo-Ehe

 

Obama ändert seine Position zur Homo-Ehe

Barack Obama, Präsident der USA, hat nach langem Zögern seine Position zur umstrittenen Homo-Ehe geändert.obama-gay Als er vor vier Jahren zum Präsidenten gewählt wurde, war Obama noch gegen die völlige Gleichstellung Homosexueller Paare gegenüber heterosexueller. Obama war allerdings schon immer Befürworter der eingetragenen Partnerschaft.
Obamas Kehrtwende in diesem Thema liegt wohl nicht nur daran, dass sich seine Meinung dazu über die letzten Jahre entwickelt hat, wie er selbst sagte, sondern ist sicher auch als politisches Kalkül zu werten. Gingen die Meinungen, ob eine klare Positionierung in dieser Sache dem Wahlkampf zuträglich ist oder nicht anfangs noch auseinander, scheinen ihm aktuelle Umfragewerte sein politisches Fingerspitzengefühl zu bestätigen. Generell hat die Zustimmung aus der Bevölkerung, die Ehe auch Homosexuellen Paaren zu öffnen, zugenommen. Selbst Gruppen, die eher zu den Skeptikern, wie die Afro-Amerikaner, sprechen sich mittlerweile mehrheitlich für die Öffnung der Ehe aus. Obama beruft sich beim argumentieren seiner neuen Sichtweise ausgerechnet auf den christlichen Glauben, nachdem alle Menschen gleich sind und nach dem man andere so behandeln soll, wie man selber behandelt werden möchte. Diese Auslegung dürfte wohl vor allem von ultrakonservativen Politikern und Geistlichen als Affront aufgefasst werden.

Das Thema ist nach wie vor emotional sehr aufgeladen und spaltet die Amerikaner. Die meisten Bundesstaaten lehnen die Homo-Ehe nach wie vor entschieden ab und selbst innerhalb der demokratischen Partei birgt das Thema durchaus Konfliktpotential. So macht Obama auch keinerlei Anstalten, entsprechende Gesetze einführen zu wollen. Außerdem obliegt die Entscheidung, die Ehe für Homosexuelle Paare zu öffnen in den USA ausschließlich den Bundesstaaten, das weiße Haus hat hier als nicht viel zu bestimmen.
Schwule und Lesben sollten sich also nicht all zu große Hoffnungen machen, bald heiraten zu dürfen. Denn die Obama Administration scheint auch kein Interesse zu haben, den Marriag Defense Act, welcher ganz klar definiert, dass eine Heirat nur zwischen einem Mann und einer Frau eingegangen werden kann. Diese Regelung wurde übrigens unter einem demokratischen Präsidenten erlassen, Bill Clinton.

So kann Obamas Schwenk zwar als mutiger Schritt gesehen werden, da er in den kommenden Wochen durchaus auch heftiger Kritik ausgesetzt sein wird, aber als viel mehr als Symbolpolitik sollte man es auch nicht sehen. Obama hat, wie immer, seine Wort sehr bedächtig gewählt. So hat er ganz klar gemacht, dass es seine persönliche Meinung sei, die Ehe zu öffnen. Wahl- oder gar Regierungsprogramm ist es deswegen noch lange nicht.
Obama kann sich der Unterstützung der Homosexuellen Gruppierungen aber sicher sein. Nicht zu letzt, weil er erst letztes Jahr die umstrittene Regelung „don’t ask, don’t tell“, nachdem es US-Soldaten nicht erlaubt war, ihre Homosexualität offen auszuleben, abgeschafft hat. Auch gewichtige Stimmen aus dem Showbusiness hat er bereits hinter sich. Erst kürzlich bekam er öffentlich Schützenhilfe von Ricky Martin. Auch George Clooney, der sich für die Rechte von Homosexuellen stark macht, zählt zu Obamas Spendengebern und Unterstützern. Wenig überraschend reiht sich auch Lady Gaga in den Gruppe der Unterstützer. Aber auch Will Smith, sonst eher nicht auffällig als lautstarker Verfechter von Rechten für Homosexuelle, bekundete seine Unterstützung für Obama in der Sache.

 

 
 
 

0 Comments

You can be the first one to leave a comment.

 
 

Leave a Comment

 

You must be logged in to post a comment.